Kleidungs-Stück

Besondere Stücke und ihre Geschichte


Donnerstag, 1. Januar 2015

Trilogie: Teil drei - Schwarz wie Ebenholz

"Schreib doch mal in deiner Blog-Trilogie darüber, wann du schwach wirst", sagte neulich der einzig mir bekannte männliche Leser meines Blogs. "Männer!", dachte ich zunächst. Anstatt sich für die Stärken einer Frau zu begeistern, interessieren sie sich vor allem für die Schwächen. Nach einer Weile jedoch erschien mir diese Idee sehr reizvoll. Warum sollte mein letzter Post nicht ein wirklich persönlicher werden, in dem ich noch einmal richtig Farbe und mich zu meinen Schwächen bekenne? Wer stark sein will, muss auch seine Schwächen kennen und manchmal ist das Eingestehen derselben der erste Schritt zu neuer Stärke.
Modisch bekenne ich mich zu Schwarz, Seide und klassischen Schnitten. Dafür werde ich garantiert immer schwach.

Wer mich kennt, wird mich wahrscheinlich als starke Frau mit hoher Präsenz wahrnehmen. Wer aber das Bild der starken, dynamischen, belastbaren Person dauerhaft aufrecht erhalten will, kommt nicht umhin, diese Kraft und Jovialität mitunter auch vortäuschen zu müssen, um den Erwartungen gerecht zu werden. Nicht selten falle ich selber auf meine eigene Täuschung hinein, halte mich für unbesiegbar, ertappe mich dabei, wie ich unsicheren, langatmigen Menschen mit einer gewissen Überheblichkeit begegne, sie meine Ungeduld spüren lasse, weil sie es wagen, mich mit ihrer vermeintlichen Schwäche zu belästigen. Wenn ich selbst doch einmal Schwäche zeigen muss, fahre ich gerne die Krallen aus, werde ungerecht und angriffslustig. Ich nutze dann oft meine Eloquenz aus, um andere einzuschüchtern und schnell wieder Herrin der Lage zu werden.
Es gibt natürlich auch Situationen, in denen ich mich wirklich schwach fühle, hilflos und überfordert bin. Zum Beispiel, wenn fremde Menschen in meiner Gegenwart bitterlich weinen, wenn sie mir von ihren schweren Schicksalen erzählen oder ich irgendwo echtes Leid spüre und es in meiner Unerbittlichkeit nicht als Larmoyanz aburteile. In solchen Situationen nicht ins Jammern oder in Gemeinplätze zu verfallen, aufrichtige Anteilnahme zu zeigen und im besten Fall ernst gemeinte Hilfe anzubieten, das wäre meine Idealvorstellung von Stärke. Gerne halte ich alle Fäden in meinen Händen, kann es schlecht ertragen, wenn die Dinge anders laufen als von mir geplant und gewollt. Ich neige zur Dominanz und muss mich oft zurückpfeifen, wenn ich merke, dass ich dabei bin, andere zu beherrschen.
Schwach werde ich auch bei gutem Wein, dabei wird es mit mir nach einem oder zwei Gläschen garantiert lustig! Nach dem dritten werde ich kuschelig und ab dem vierten könnte es sein, dass ich einen völlig sinnlosen, aber lautstarken Streit vom Zaun breche. Schwach machen mich auch "Wow-Kleidungs-Stücke", die ich eigentlich nicht brauche, aber trotzdem unbedingt haben möchte. Und wie man sieht habe ich auch eine nun nicht mehr ganz geheime Schwäche für große, blonde Männer mit blauen Augen, die mich bitten, über meine Schwächen zu schreiben! Jetzt wisst ihr alle Bescheid, was für ein Biest ich sein kann.
Ich danke euch, dass ihr mir bis hierher gefolgt seid! Ich danke euch für eure vielen Kommentare, euren Zuspruch und euer Interesse an meinen Geschichten. Ich verabschiede mich mit all meinen Stärken und Schwächen von euch und meinem Blog!
Alles Liebe für euch alle von Bianca





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